Gesünder leben: Kleine Tricks mit großer Wirkung

17. Juni 2021
11 Minuten

Wichtige Punkte:

  • Jeden Tag stehen wir vor unzähligen Entscheidungen – entweder für eine kurzfristige Bedürfnisbefriedigung, meist auf Kosten unserer zukünftigen Gesundheit oder für eine gesunde.
  • Die täglich kleinen, sich wiederholenden Entscheidungen sind es, die über unsere gesundheitliche Zukunft entscheiden.
  • Wir müssen uns bewusst werden, welche dieser täglichen Entscheidungen unsere zukünftige Gesundheit beeinflussen, bevor wir diese zum Besseren ändern können.

Die World Health Organization (WHO) definiert die Gesundheit als “einen Zustand vollständigen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen”.

Doch was genau ist “Gesund”? Heißt gesund sein, sich rundum wohlfühlen?

Um ein “gesunde Leben” zu führen, braucht es drei Fundamente im Leben:

  • Eine gesunde Einstellung
  • Eine gesunde Ernährung
  • Und gesunde Bewegung

Wenn wir es schaffen, diese drei Bereiche zu meistern, steht einem langen und erfüllten Leben meist nichts im Weg.

Das Gesundheitskonto

Wir alle haben eine Art “Gesundheitskonto”, auf dem wir “täglich einzahlen und abheben” können. Diese “Zahlungen” wiederum hängen von unseren unzähligen täglichen kleinen Entscheidungen ab.

Dabei geht es im Prinzip immer um zwei unterschiedliche Alternativen:

Entweder wir entscheiden uns für eine kurzfristige Bedürfnisbefriedigung auf Kosten einer längerfristigen negativen Konsequenz für unsere Gesundheit oder wir denken einen Schritt voraus und entscheiden uns für eine gesündere Alternative.

Ein Beispiel:

Man sitzt vor dem Fernseher am Abend und fragt sich:  Soll ich lieber eine Packung Chips essen oder mir einen Salat machen?

  • Packung Chips:
    • Kurzfristiger Gewinn: es schmeckt sehr gut und man muss nichts dafür tun. Im Gegenteil, einfach Packung aufreißen und genießen.
    • Langfristiger Verlust: Zufuhr von sinnlosen Nährstoffen und der Vorteil für den Körper hält sich in Grenzen. Wenn man dieses Verhalten längerfristig wiederholt, hat es oft negative gesundheitliche Konsequenzen.
  • Teller Salat:
    • Kurzfristiger Verlust: Man muss sich anstrengen und den Salat selber zubereiten und es kann natürlich sein, dass er nicht so gut schmeckt wie die Packung Außerdem müsste man vielleicht eine größere Portion essen, um auch wirklich satt zu werden.
    • Langristiger Gewinn: Zufuhr von wertvollen Nährstoffen, die im Gegensatz zu den Chips bei wiederholter Zufuhr einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit haben.

Täglich müssen wir hunderte solcher Entscheidungen fällen. Leider fördert auf der Couch liegen oder sinnloses Fernsehschauen nicht unsere gesundheitliche Wissenskompetenz. Wir lernen nichts über einen gesunden Lebensstil bzw. welche Folgen unsere Entscheidungen für unser Leben haben (bei der Entscheidung diesen Artikel zu lesen, haben Sie heute zumindest bereits eine richtige Entscheidung getroffen – Gratulation dazu).

Muss jetzt immer alles richtig sein?

Sich vorzunehmen, alle täglichen gesundheitlichen Entscheidungen richtig zu fällen, ist natürlich lobenswert, aber in der Realität sehr schwer durchführbar. Zuviel Druck würde auf uns lasten und wir laufen Gefahr, frühzeitig frustriert aufzugeben. Viel wichtiger ist es, die wenigen ausschlaggebenden Entscheidungen des Alltags zu unseren Gunsten zu fällen und somit die Voraussetzungen für ein langes und ausgewogenes Leben zu erfüllen.

Was sind nun die richtigen täglichen Entscheidungen?

Es sind jene, die wir täglich gleichermaßen wiederholen. Es ist die tägliche Schokolade vor dem Fernseher, es ist die tägliche Nutzung des Aufzugs für nur ein Stockwerk, es ist die tägliche Zigarrette vor dem Gang zur Arbeit.

Es sind die täglich kleinen, sich wiederholenden Entscheidungen, die über unsere gesundheitliche Zukunft entscheiden.

Es sind nicht die großen, einmaligen Entscheidungen. Über diese denken wir lange nach, weil diese entweder neu für uns sind und/oder für uns wichtge Folgen haben können.

Einfachstes Beispiel für eine große und einmalige Entscheidung ist der Bungee Sprung. Wir überlegen zweimal, bevor wir einen Bungee Sprung wagen sollen oder nicht, denn ein Fehler hier hätte fatale Folgen. Aussderdem wird wohl dieser Sprung für die meisten von uns kein Hobby sein.

Über die kleinen, sich wiederholenden Entscheidungen denken wir dagegen erst gar nicht mehr nach. Sie sind so ständige Belgeiter unseres Alltags, dass wir sie gar nicht mehr hinterfragen. Im Inneren wissen wir, das diese Entscheidungen teils für uns nicht optimal sein könnten. Aber zu oft hören wir nicht auf unsere Innere Stimme, weil die Wahrheit oft unangenehm ist bzw. wir glauben, noch viel Zeit zur Verbesserung zu haben. Diese „gesundheitliche Kurzsichtigkeit“ kann täglich wiederholt später im Laufe des Lebens fatale Folgen für uns haben.
Versagen ist das tägliche Wiederholen von den gleichen kleinen falschen Entscheidungen.
Gewinnen ist das tägliche Wiederholen der gleichen kleinen richtigen Entscheidungen.

Sie Fragen sich jetzt sicher: "Was kann man nun tun?" 

Kleine tägliche Entscheidung laufen meist unterbewusst ab und sind daher sehr schwer zu unterbrechen. Sie müssen sich erst bewusst werden, welche täglichen sich wiederholenden Entscheidungen Ihre zukünftige Gesundheit beeinflussen. Sie sollten sich auch überlegen, warum es zu dieser Entscheidung kommt. Oft sind es jahrelange Verhaltensmuster, die sich über unsere Kindheit und Jugend entwickelt haben. Oft spielen in der Entwicklung unsere Eltern und Freunde eine große Rolle in unserem Verhalten. Überlegen Sie sich, was der Auslöser für diese Entscheidung sein kann – Emotionen spielen hier wieder eine wichtige Rolle (z.B. das Eis bzw. etwas Süßes, wenn man traurig oder enttäuscht ist). Das kennen wir alle.

Begeben Sie sich auf eine Findungsphase für ihren Körper. Hilfreich ist es, ein kleines Tage- und Aktivitätsbuch zu führen.  Allein das „Verschriftlichen“ Ihrer Alltagsaktivität, warum Sie was getan haben bzw. was der Auslöser war, öffnet manchen von uns die Augen.

Haben Sie nun Erkenntnisse gefunden, was Ihnen schlecht tut und warum Sie es tun, geht es darum, diese Entscheidungen und Handlungen durch bessere zu ersetzen.

Ganz wichtig: versuchen Sie nicht, alles auf einmal zu ändern. Dies ist zu schwierig und führt unaufhaltsam zum Scheitern.

Starten Sie mit einer einzelnen „neuen Routine“, die Sie etablieren wollen. Und diese neue Routine sollte Sie sich so einfach wie möglich machen. Zum Beispiel:

  • Sei es der tägliche Apfel, Joghurt oder kleine Salatteller.
  • Sei es der tägliche Spaziergang heim vom Büro statt der Straßenbahn oder dem Auto.
  • Sei es der tägliche EINE Liegestütz.
  • Sei es die tägliche EINE Seite in einem neuen Buch.

Egal, wie klein die Leistung ist, führen Sie diese konsequent aus. Sie werden merken, dass Sie mit der Zeit den inneren Wunsch verspüren, diese eine Handlung zu erweitern oder länger auszuführen.

Idealerweise wird Ihr neues “Ich” sich so verhalten:

  • Zu dem Apfel, Joghurt oder kleinen Salatteller kommen noch mehr gesunde Nahrungsmittel dazu.
  • Der tägliche Spaziergang heim von der Arbeit wird ergänzt mit einer Fahrradfahrt hin und retour zu der Arbeit.
  • Aus dem täglichen einen Liegestütz werden mit Zunahme der Kraft mehrere Liegestütze.
  • Aus der täglichen Seite in einem Buch wird regelmäßige Buchlektüre.

Wichtig ist, dass Sie konsequent sich an der minimalsten Leistung orientieren und all die zusätzlichen richtigen Entscheidungen ein zusätzlicher Benefit für ihr Leben sind.

Stellen Sie nicht an sich den Anspruch, perfekt sein zu müssen. Nicht immer kann man seine neue Routine durchführen. Seien Sie daher nicht zu streng mit sich. Wenn Sie an 5 Tagen in der Woche Ihre neuen Handlungen durchführen, haben Sie schon einen großen Schritt in die richtige Richtung getan.

Was können Sie noch tun?

  • Machen Sie sich die neuen Routinen so einfach wie möglich:
    • Legen Sie das Buch auf Ihr Nachtkästchen, so dass Sie dieses jede Nacht vor dem Schlafengehen automatisch in Ihrer Nähe haben.
    • Legen Sie den Apfel immer griffbereit an derselben Stelle in der Wohnung auf, sodass Sie immer jederzeit zugreifen können.
  • Versuchen Sie zumindest einen noch so kleinen Teil Ihrer Routine durchzuführen. Wenn Sie nicht den ganzen Heimweg vom Arbeitsplatz heimgehen wollen, so gehen Sie zumindest den letzten Kilometer zu Fuß (entspricht bei normalem Tempo knapp 15 Minuten).
  • Verbinden Sie die neue Routine mit einer bereits etablierten Handlung (machen Sie, bevor Sie abends den Fernseher einschalten, immer den einen Liegestütz). Durch diese Verbindung setzen Sie einen Trigger/Auslöser für die neue Handlung und diese wiederholt sich dann.
  • Neue Routinen festigen sich nicht über wenige Tage. Es dauert mindestens 6-8 Wochen, bis sich eine neue Handlung in unserem Unterbewusstsein verankert. Bleiben Sie geduldig und glauben Sie an sich.

Wenden Sie dieses Wissen nun an, um Ihr Leben langsam in eine gesundheitliche positive Zukunft zu führen. 
Jede noch so kleine Tat ist mehr wert als jede Theorie.

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